Identität und Auftrag
Einige Kernaussagen zum Leitbild wurden bereits in der Präambel des Gesellschaftsvertrages der Sprache, Land und Leute gGmbH formuliert. Es heißt dort: »Die Aufgabe der Gesellschaft soll darin bestehen, mit der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, von Kultur und Bildung auch den Gedanken der Toleranz zu verbreiten und im Sinne der Verständigung zwischen den Völkern zu wirken. Die Tätigkeit in der Gesellschaft soll helfen, jede Art von Rassismus und Chauvinismus aus der Welt zu schaffen oder wenigstens den Raum für solche menschenfeindlichen Ideen so weit wie möglich einzugrenzen. Lebenserfahrung und Herkunft der Gründer dieser Gesellschaft bestimmen ferner die Aufgabe, jüdische Traditionen zu pflegen und jüdisches Leben in Berlin zu fördern. Ein Zeichen dieses Willens ist die Namengebung: Friedländer-Schule. Es soll an das aufklärerische Wirken von David Friedländer und Moses Mendelssohn erinnern.«
Die Sprache, Land und Leute gGmbH ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich deshalb aus Fördermitteln und Spenden und geringen kommerziellen Einnahmen.
Auftraggeber und Kunden
Die Auftraggeber des Unternehmens sind in der Regel staatliche Stellen der Bundesrepublik und des Landes Berlin.
Die eigentlichen Kunden sind die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den Kursen, unabhängig davon, ob sie vollständig, anteilig oder gar nicht gefördert werden.
In der oben erwähnten Präambel des Gesellschaftsvertrages wird weiter ausgeführt: »Gegenstand des Unternehmens ist vornehmlich die Erwachsenenbildung wie Aus- und Fortbildung, Umschulung und Qualifizierung, Sprachunterricht. Als Teilnehmer von Kursen kommen Ausländer und Bürger der Bundesrepublik Deutschland in Betracht.«
Allgemeine Unternehmensziele
Ziel unserer Tätigkeit ist letzten Endes die Zukunftssicherung unserer Bildungsinstitution. Dabei wird unsere Arbeit an wirtschaftlichen Kriterien gemessen. Auch wenn es sich um eine gemeinnützige Firma handelt, kann sie nicht mehr Geld ausgeben, als sie einnimmt.
Im Zentrum unserer Tätigkeit steht der Kunde. Für seinen Lernprozess braucht er Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeiter. Um deren Arbeitsplätze zu sichern, muss die Firma wirtschaftlich arbeiten. Wir denken besonderes an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lehre und Verwaltung, weil deren soziale Existenz von der Firma abhängt.
Fähigkeiten
Die Friedländer-Schule als wesentlicher Teil der Sprache, Land und Leute gGmbH ist eine anerkannte Sprachschule Berlins, die beim Senat von Berlin als Ergänzungsschule registriert wurde. Sie wird auch von den Ämtern und Institutionen in Berlin und im Berliner Umland als Bildungsinstitution anerkannt.
Die Firma verfügt inzwischen über eine fast zwanzigjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Bildung und Fortbildung, insb. im Deutschunterricht.
Für das Angebot der Sprache, Land und Leute gGmbH stehen qualifizierte, erfahrene und engagierte Lehrkräfte zur Verfügung. Zu unseren Grundanforderungen gehören ein abgeschlos-senes Studium der Germanistik oder eines anderen linguistischen Faches oder eine Lehramts-befähigung, außerdem eine Qualifikation für Deutsch als Fremdsprache (DaF) bzw. für Deutsch als Zweitsprache (DaZ).
Unter den Lehrkräften der Gesellschaft sind mehrere promovierte und habilitierte Lehrerinnen mit ausgewiesener wissenschaftlicher Erfahrung in der Qualifizierung von Deutschlehrern. In der Regel sprechen die Lehrerinnen und Lehrer zwei oder sogar mehrere Fremdsprachen. Des Weiteren verfügen die Lehrkräfte über verschiedene spezielle Qualifikationen und Fähigkeiten wie Prüferlizenzen, Gebärdensprache u. a.
Der Geschäftsführer der Gesellschaft ist Diplom-Germanist. Er hat 5 Jahre in Polen gelebt, ist aus eigener Erfahrung mit den Problemen des Lebens in einer fremdsprachigen Umgebung vertraut. Er beherrscht mehrere Fremdsprachen und kann bei Problemlösungen mit vielen Teilnehmern bei Bedarf in ihrer Muttersprache reden.
Die Schulleiterin ist Professorin der Germanistik, eine Sprachwissenschaftlerin und Autorin von Lehrbüchern für Deutsch und von Deutschkursen im polnischen Runkfunk. Sie ist eine Expertin für DaF/DaZ.
Ressourcen
Wir verstehen uns als Teil eines umfassenden soziokulturellen Bildungssystems und pflegen und entwickeln die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Wir bemühen uns um Koope-ration mit anderen Bildungsträgern, um neben Erfahrungsaustausch und Interessenvertretung Ressourcen zu bündeln. Die Friedländer-Schule ist Mitglied des Trägerverbunds Integrations-kurse Friedrichshain/Kreuzberg.
Unsere Ressourcen ergeben sich aus den Fähigkeiten, der Qualifikation und der Berufserfahrung der Lehrkräfte und der Mitarbeiter der Leitung. Sie sind in der Lage, neue Ideen zu entwickeln und Projekte auf den Weg zu bringen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Ausbildung nicht unmittelbar beteiligt sind, ver-fügen über spezifische Qualifikationen, die im gesamten Umfeld der Ausbildung bis hin zur Instandsetzung und Reinigung für Innovationen genutzt werden und arbeitsbereichsübergreifend sind.
Neben den geistigen Ressourcen existieren materielle wie zusätzlich nutzbare Räumlichkeiten mit moderner Ausstattung sowie Lehr- und Büromaterial und andere Arbeitsmaterialien, die über das derzeit für die Nutzung Benötigte hinausgehen.
Gelungenes Lernen
Bei gelungenem Lernen handelt es sich um das Problem der Freiheit. Unter Freiheit ist hier die Möglichkeit zu verstehen, sich innerhalb objektiver Grenzen bewegen zu können.
Für die Lernenden ist es wichtig, durch das Lernen ihren Horizont, sprich: ihre Grenzen zu erweitern, einerseits geistig durch die Anhäufig von Wissen, in unserem Fall insb. von Sprach-kenntnissen, andererseits in der alltäglichen Praxis; das heißt, durch die Aneignung von Wissen ist es möglich, sich besser in die Gesellschaft zu integrieren, bessere Möglichkeiten für einen Arbeitsplatz und bessere Voraussetzungen für das Weiterlernen zu schaffen. Nicht zuletzt dient die Wissensaneignung der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Erzeugung von positiven Empfindungen. Beides ist wiederum ein Ausdruck von Partizipation am Leben in weitergesteckten Grenzen.
Die Lernenden können in der Praxis des Lernens (durch die Kontrolle des Lernerfolges) und in der Praxis der Anwendung des Gelernten das Gelingen des Lernens überprüfen.
Lernen ist ein individueller Prozess. Er wird als gelungen erachtet, wenn der Lernprozess zum Bildungsziel geführt hat und das bestmögliche Ergebnis erreicht wurde.
Gelungenes Lernen ist in unserer Bildungseinrichtung gegeben,
A) wenn der/die Lerner/in in Integrationskursen sicher ist,
in einer deutschsprachigen Umwelt entsprechend dem zu erreichenden Sprachniveau kommunikative Handlungsfähigkeit entwickelt zu haben (Lerner sprechen als sie selbst und für sich selbst.),
an Selbständigkeit und an Sicherheit im Alltag und im Arbeitsleben gewonnen zu haben,
in der innerschulischen Umwelt Wertschätzung für die biografischen Erfahrungen, Ziele, Interessen und Wünsche zu erhalten und er/sie in der Lage ist, dies der innerschulischen und außerschulischen Umwelt mitzuteilen,
sich mit der Alltagswirklichkeit, den Mentalitäten und Werten auseinandersetzen, Kenntnisse über soziale und politische Strukturen entwickeln und den eigenen Ort in dieser Umwelt definieren zu können; das ist die Grundlage dafür, das Leben in der Bundesrepublik als Chance zur Partizipation zu begreifen.
B) wenn der Teilnehmer/die Teilnehmerin an einer DaZ-Zusatzqualifizierung sicher ist,
Kenntnisse und Fertigkeiten erweitert/vertieft zu haben,
die Problematik der Migration und der Migranten erfasst zu haben und sensibler darauf eingehen zu können,
auf den Deutschunterricht besser vorbereitet zu sein,
gute Anleitung zur selbständigen eigenen Weiterbildung erhalten zu haben.